Natives Olivenöl extra: Definition, Bedeutung & Qualität

Schonende Olivenernte von Hand in der Mani, Griechenland: Olivenbauern mit ausgelegten Sammelnetzen. Natur- und tierfreundlich, BIRDsafe.
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Jochen Meyer

Autor: Jochen Meyer, Apotheker & Mitgründer von Oelea Olivenöl

Artikel zuletzt aktualisiert am

Natives Olivenöl extra ist die höchste Güteklasse von Olivenöl und steht für ein Öl, das ausschließlich durch mechanische oder sonstige physikalische Verfahren direkt aus Oliven gewonnen wird. Es ist vollständig naturbelassen, darf keinerlei chemische Behandlung erfahren und muss sensorisch einwandfrei sein. Der Säuregehalt liegt bei maximal 0,8 %. Im Englischen heißt es Extra Virgin Olive Oil (EVOO), im Italienischen extra vergine (italienisch korrekt eigentlich olio extravergine di oliva).

nativ extra wörtlich übersetzt

"Olivenöl naturbelassen (= nativ) von besonders hoher Qualität (= extra).

Je nachdem aus welchem Land das Olivenöl kommt, sind folgende Bezeichnungen gängig:

  • Deutsch: Natives Olivenöl extra
  • Englisch: Extra virgin olive oil (EVOO)
  • Italienisch: Olio extravergine di oliva (kurz: extra vergine)
  • Spanisch: Aceite de oliva virgen extra
  • Französisch: Huile d’olive extra vierge
  • Griechisch: εξαιρετικο παρθενο ελαιολαδο

Alle Bezeichnungen meinen dieselbe Qualitätsstufe und unterliegen europaweit denselben gesetzlichen Anforderungen. Der italienische Begriff extra vergine bedeutet wörtlich dasselbe wie das deutsche nativ extra und ist vor allem auf Flaschenetiketten aus Italien verbreitet.

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Gesetzliche Anforderungen: Was muss natives Olivenöl extra erfüllen?

Europaweit ist einheitlich geregelt, welche Voraussetzungen ein Olivenöl erfüllen muss, um sich nativ extra nennen zu dürfen. Grundlage ist die EU-Verordnung 1234/2007, aktualisiert durch EU-Verordnung 61/2011. Danach gibt es acht Kategorien für Olivenöl, von denen nur vier im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich sind.

Natives Olivenöl extra (Kategorie 1) wird direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren ohne Wärmeeinwirkung gewonnen. Der Säuregehalt darf maximal 0,8 % betragen, und das Öl darf keinerlei sensorische Fehler in Geruch und Geschmack aufweisen. Nur Öle, die alle drei Kriterien erfüllen, tragen rechtmäßig die Bezeichnung nativ extra.

Kategorie Bezeichnung Säuregehalt Gewinnung
1 Natives Olivenöl extra (erste Güteklasse) max. 0,8 % Ausschließlich mechanisch, kaltgepresst oder kaltextrahiert, keine sensorischen Fehler
2 Natives Olivenöl max. 2,0 % Mechanisch, leichte sensorische Fehler erlaubt
5 Olivenöl max. 1,0 % Mischung aus raffiniertem und nativem Olivenöl
8 Oliventresteröl max. 1,0 % Raffinierte Öle aus Oliventrester, außerhalb der Erzeugerländer kaum vermarktet
Fazit

Wer zu nativem Olivenöl extra greift, kauft die erste Güteklasse und damit das qualitativ hochwertigste Olivenöl, das der Markt bietet. Raffinierte Öle (Kategorien 5 und 8) werden unter Einsatz von Hitze und Chemikalien behandelt und verlieren dabei wertvolle Aromen und Antioxidantien.


Die europäische Definition von naturbelassen

Zitat-Icon

Native Olivenöle sind "Öle, die aus der Frucht des Ölbaumes ausschließlich durch mechanische oder sonstige physikalische Verfahren unter Bedingungen, die nicht zu einer Verschlechterung des Öls führen, gewonnen wurden und die keine andere Behandlung erfahren haben als Waschen, Dekantieren, Zentrifugieren und Filtrieren [...].

Verordnung (EG) Nr. 1234/2007

Extra Virgin Olive Oil: Was bedeutet das auf Deutsch?

Extra Virgin Olive Oil, abgekürzt EVOO, ist die englische Bezeichnung für natives Olivenöl extra. Die Übersetzung ist direkt: virgin entspricht dem deutschen nativ (naturbelassen, unbehandelt), extra steht für die höchste Qualitätsstufe.

Wer auf einer Flasche oder in einem Rezept Extra Virgin Olive Oil liest, kann dies mit nativem Olivenöl extra gleichsetzen. Die Qualitätsanforderungen sind weltweit durch den Internationalen Olivenrat (IOC) harmonisiert und entsprechen den europäischen gesetzlichen Anforderungen.

Geschmacksprofil: Wie schmeckt natives Olivenöl extra?

Hochwertiges natives Olivenöl extra hat ein komplexes Geschmacksprofil: fruchtig, aromatisch und je nach Olivensorte und Erntezeitpunkt unterschiedlich intensiv. Typische Aromen erinnern an frisch gemähtem Gras, grüner Tomate, Artischocke oder frische Kräuter.

Charakteristisch für ein gutes natives Olivenöl extra sind außerdem eine leichte Bitterkeit und ein milder Schärfereiz im Abgang. Beides ist kein Fehler, sondern ein Zeichen für einen hohen Polyphenolgehalt und damit für Frische und Premium-Qualität. Fehlen diese Eigenschaften völlig, kann das auf Alter, unsachgemäße Lagerung oder Oxidation hindeuten.

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Die Aromenvielfalt hängt stark von der Olivensorte ab. Griechische Sorten wie die Koroneiki aus der Mani in Griechenland gelten als besonders intensiv und mediterran-fruchtig.

Guter Geschmack beginnt mit guten Zutaten

Gute Zutaten machen den Unterschied: Hochwertiges Olivenoel traegt Aroma, Balance und Textur eines Gerichts entscheidend. Unser mild-fruchtiges Koroneiki Olivenoel passt besonders harmonisch zu warmen und kalten Rezepten.

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Kaltgepresst und kaltextrahiert: Was steckt dahinter?

Die Begriffe kaltgepresst und kaltextrahiert beschreiben zwei erlaubte Herstellungsverfahren für natives Olivenöl extra. In beiden Fällen darf die Temperatur bei der Pressung bzw. Kaltextraktion 27 °C nicht überschreiten.

Der Unterschied liegt im technischen Verfahren: Bei der Kaltpressung werden die Oliven in einer traditionellen Hydraulikpresse gepresst. Bei der Kaltextraktion kommt ein modernes Zentrifugalverfahren zum Einsatz. Beide Methoden liefern bei sorgfältiger Verarbeitung hochwertige Öle mit vollem Aroma.

Das starke Erhitzen des Öls bei der Raffination, wie es bei minderwertigen Olivenölen praktiziert wird, zerstört Polyphenole, Vitamine und flüchtige Aromastoffe. Kaltgepresstes natives Olivenöl extra behält diese wertvollen Inhaltsstoffe vollständig.

Natives Olivenöl extra, kaltgepresst, frisch aus der Ölmühle.

Bio Olivenöl nativ extra: Was kommt noch oben drauf?

Bio Olivenöl nativ extra erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen an natives Olivenöl extra und kommt zusätzlich aus biologischem Anbau. Das bedeutet: keine synthetischen Pestizide, keine chemischen Düngemittel und eine regelmäßige Kontrolle durch eine zugelassene Kontrollstelle.

Erkennbar ist zertifiziertes Bio-Olivenöl am EU-Bio-Logo auf der Flasche sowie an der Angabe der zuständigen Kontrollstelle (z. B. DE-ÖKO-007). Bio-Olivenöle aus griechischem Anbau gehören zu den saubersten und am strengsten kontrollierten Bio-Olivenöl nativ extra-Produkten Europas.

Wer auf der Suche nach einem guten Olivenöl ist, findet im Bio-Segment die zuverlässigste Kombination aus gesetzlich geregelter Premium-Qualität und nachvollziehbarer Herkunft.

Säuregehalt: Das wichtigste Qualitätsmerkmal

Der Säuregehalt (berechnet als Ölsäure) ist eines der zentralen Qualitätsmerkmale von Olivenöl. Er gibt Aufschluss über den Zustand der verwendeten Oliven: Bei alten, überreifen oder beschädigten Früchten steigt der Säurewert stark an. Natives Olivenöl extra darf einen Säuregehalt von maximal 0,8 % aufweisen.

Wichtig: Den Säuregehalt kann man nicht schmecken. Er lässt sich ausschließlich im Labor über Laboranalysen bestimmen. Ein niedriger Säuregehalt ist ein notwendiges, aber kein hinreichendes Qualitätsmerkmal. Ein extrem niedriger Wert kann auf chemische Manipulation hindeuten, da raffiniertes Olivenöl laut Verordnung einen Säuregehalt von maximal 0,3 % aufweisen darf.

Aussagekräftiger als ein einzelner Messwert ist die Kombination mehrerer sensorischer und analytischer Parameter: Säuregehalt, Peroxidzahl, UV-Absorption und Polyphenolgehalt zusammen ergeben ein vollständiges Bild der Ölqualität.

Natives Olivenöl extra zum Braten

Entgegen des verbreiteteb Missverständnis ist Natives Olivenöl extra zum Braten geeignet. Tatsächlich hat hochwertiges Olivenöl nativ extra einen Rauchpunkt von ca. 185–210 °C, was für die meisten Bratsituationen im Haushalt vollkommen ausreicht. Die enthaltenen Polyphenole wirken dabei als natürliche Antioxidantien und schützen das Öl vor zu schneller Oxidation.

Empfehlenswert ist es dennoch, kaltgepresstes natives Olivenöl extra nicht dauerhaft über seinen Rauchpunkt zu erhitzen. Schonende Zubereitungsmethoden erhalten das volle Geschmacksprofil und die wertvollen Inhaltsstoffe.

Stiftung Warentest und aktuelle Tests: Was schneidet gut ab?

Stiftung Warentest prüft regelmäßig Olivenöle auf Qualität, Reinheit und korrekte Kennzeichnung. Beim aktuellen Test schneiden native Olivenöle extra aus Griechenland regelmäßig stark ab. Die Tester bewerten dabei sensorische Eigenschaften ebenso wie chemische Laboranalysen.

Besonders griechisches natives Olivenöl extra aus Regionen wie der Mani auf der Peloponnes gilt als besonders aromatisch und polyphenolreich. Bio Olivenöl extra aus dieser Region verbindet Premium-Qualität mit nachvollziehbarer Herkunft und zertifiziertem Bio-Olivenöl-Standard.

Welche Olivenöle in aktuellen Tests konkret überzeugen und worauf du beim Kauf achten solltest, erfährst du in unserem Olivenöl Test und Vergleich.

Häufige Fragen zu nativem Olivenöl extra

Was ist natives Olivenöl extra?

Natives Olivenöl extra ist die höchste Güteklasse von Olivenöl. Es wird ausschließlich durch mechanische Verfahren direkt aus Oliven gewonnen, ist vollständig naturbelassen und darf einen Säuregehalt von maximal 0,8 % nicht überschreiten.

Was bedeutet "extra virgin olive oil" auf Deutsch?

Extra Virgin Olive Oil (EVOO) ist die englische Bezeichnung für natives Olivenöl extra. "Virgin" entspricht dem deutschen "nativ" (naturbelassen), "extra" kennzeichnet die höchste Qualitätsstufe.

Was bedeutet "nativ extra" bei Olivenöl?

"Nativ" bedeutet naturbelassen und bezeichnet Öle, die ausschließlich durch mechanische oder sonstige physikalische Verfahren unter Bedingungen gewonnen wurden, die nicht zu einer Verschlechterung des Öls führen. "Extra" steht für die höchste Qualitätsstufe mit maximal 0,8 % Säuregehalt und einwandfreiem Geschmack.

Was ist der Unterschied zwischen nativem Olivenöl und nativem Olivenöl extra?

Natives Olivenöl (Kategorie 2) darf einen Säuregehalt von bis zu 2 % aufweisen und leichte sensorische Fehler haben. Natives Olivenöl extra (Kategorie 1) ist strenger: maximal 0,8 % Säuregehalt, keinerlei Geschmacksfehler. Es ist die erste Güteklasse.

Kann man natives Olivenöl extra zum Braten verwenden?

Ja. Natives Olivenöl extra hat einen Rauchpunkt von ca. 185–210 °C und eignet sich gut für das Braten bei normalen Haushaltstemperaturen. Dauerhaftes Überhitzen sollte vermieden werden, um Aromen und Polyphenole zu erhalten.

Was ist der Unterschied zwischen kaltgepresst und kaltextrahiert?

Beide Verfahren sind für natives Olivenöl extra zugelassen und dürfen 27 °C nicht überschreiten. Bei der Kaltpressung werden die Oliven hydraulisch gepresst, bei der Kaltextraktion kommt ein modernes Zentrifugalverfahren zum Einsatz. Beide liefern bei sorgfältiger Verarbeitung hochwertiges Olivenöl.