Oelea Koroneiki Olivenöl nativ extra – 750-ml-Flasche

Wie viele Oliven stecken in einem Liter Olivenöl?

Für einen Liter Olivenöl werden je nach Sorte, Erntezeitpunkt und Verarbeitung zwischen 5 und 10 Kilogramm frische Oliven benötigt. Wie viele einzelne Früchte das sind, hängt von zwei Faktoren ab: dem Gewicht der einzelnen Frucht und dem Ölgehalt der Sorte. Beides zusammen bestimmt, wie viele Oliven für einen Liter gebraucht werden. Eine winzige Koroneiki-Olive wiegt nur 1,1 Gramm. Eine große Ascolana Tenera bringt es auf über 10 Gramm. Die Stückzahl pro Liter schwankt deshalb je nach Sorte zwischen einigen Hundert und über 7.000 einzelnen Früchten.

Koroneiki Olivenhaine am Meer auf der Peloponnes

Die Rechnung hinter dem Liter Olivenöl

Die praktische Ölausbeute in der Mühle ergibt sich aus dem Ölgehalt der Frucht (als Prozent des Frischgewichts) multipliziert mit der Extraktionseffizienz der Anlage. In einer modernen Zentrifugenanlage liegt diese Effizienz bei 75 bis 85 Prozent des theoretischen Ölgehalts. Die resultierende Ausbeute liegt je nach Sorte und Erntezeitpunkt zwischen 12 und 22 Prozent des Frischgewichts.

Die Stückzahl pro Liter ergibt sich dann aus Ausbeute und Fruchtgewicht zusammen. Zwei Beispiele:

  • Koroneiki (1,1 g Frucht, Frühernteöl, ca. 13 % Ausbeute): rund 7,7 kg Oliven, das sind etwa 7.000 Früchte pro Liter
  • Hojiblanca (5,0 g Frucht, ca. 16 % Ausbeute): rund 6,3 kg Oliven, das sind etwa 1.250 Früchte pro Liter

Dasselbe Fruchtgewicht bei unterschiedlichem Ölgehalt führt also zu sehr unterschiedlichen Stückzahlen. Und eine kleine Olive mit niedrigem Ölgehalt (frühe Ernte) benötigt die meisten Früchte pro Liter.

Ölsorten im Vergleich: Fruchtgewicht, Ölgehalt und Bedeutung

Die folgende Tabelle zeigt ausgewählte Ölsorten aus Spanien, Italien und Griechenland mit Kerndaten aus einer Langzeitstudie an 112 Sorten der Olivengenombank CIFA in Córdoba (Del Río & Caballero, o. J.). Der Ölgehalt ist als Trockenmasse-Prozent angegeben, da dieser Wert sortenspezifisch und erntejahrunabhängig ist.

Sorte Land Fruchtgewicht Fleisch/Kern Ölgehalt (TM) Bedeutung
Hojiblanca Spanien 5,0 g 8,2 39,8 % ca. 10 % der spanischen Produktion
Frantoio Italien 2,5 g 5,6 44,4 % ca. 15 % der italienischen Produktion
Leccino Italien 3,8 g 6,4 37,6 % ca. 25 % der italienischen Produktion
Koroneiki Griechenland 1,1 g 5,0 43,6 % ca. 60 % der griechischen Produktion
Kalamata / Kalamon Griechenland 4,3 g 8,6 50,4 % Tafelolive (selten für Öl)

Werte: Del Río & Caballero (o. J.).

Griechenland und die Koroneiki: Der Sonderfall unter den Ölsorten

Griechenland ist mit einem Anteil von rund 15 Prozent der drittgrößte Olivenöl-Produzent der Welt, aber der weltgrößte Pro-Kopf-Konsument. Was griechisches Olivenöl auszeichnet, ist weniger die Menge als die Dominanz einer einzigen Sorte: Die Koroneiki macht schätzungsweise rund 60 Prozent der gesamten griechischen Olivenölproduktion aus.

Das erklärt sich aus der Geographie. Die Peloponnes und Kreta, wo der Großteil der Koroneiki angebaut wird, bieten ein Klima, das dieser kleinen, dürreresistenten Sorte perfekte Bedingungen bietet. Koroneiki-Bäume tragen zuverlässig, auch in trockenen Jahren.

Mit einem Fruchtgewicht von nur 1,1 Gramm ist die Koroneiki eine der kleinsten Öloliven der Welt. Sie kompensiert die geringe Größe durch einen hohen relativen Ölgehalt und ein charakteristisches Aromaprofil: intensiv-fruchtig, mit ausgeprägter Bitterkeit und Schärfe im Abgang. Diese Eigenschaften sind besonders bei früher Ernte ausgeprägt.

Mehr über die Sorte, ihre Herkunft aus der Mani-Region und was sie von anderen Ölsorten unterscheidet, findet sich in unserem ausführlichen Artikel zum Koroneiki-Olivenöl.

Warum so viele Früchte pro Liter?

Die Kombination aus kleiner Frucht (1,1 g) und frühem Erntezeitpunkt (niedrigere Ausbeute) macht die Koroneiki zur Sorte mit der höchsten Früchteanzahl pro Liter. Bei unserer Ernte im Oktober, wenn die Früchte gerade beginnen, sich von grün nach lila zu verfärben, liegt die Ausbeute bei etwa 13 Prozent des Frischgewichts. Das ergibt rund 7,7 Kilogramm Oliven pro Liter Öl. Bei 1,1 Gramm pro Frucht bedeutet das über 7.000 Koroneiki-Oliven für jeden Liter.

Dieser Tausch ist bewusst. Eine frühe Ernte liefert nachweislich höhere Polyphenolgehalte als eine späte, vollreife Ernte (Servili et al., 2004). Der Preisdruck, der durch die geringere Ausbeute entsteht, ist der Preis für ein intensiveres, gesünderes Öl.

Die Oliven wandern unmittelbar nach der Ernte in die Mühle. Keine Zwischenlagerung, kein Warten. Bereits wenige Stunden nach der Ernte beginnen enzymatische Abbauprozesse, die den Säuregehalt erhöhen und flüchtige Aromen zerstören.

Koroneiki Oliven neben einer 750-ml-Flasche Oelea Olivenöl

Was nach dem Pressen bleibt

Nach dem Pressen bleiben Oliventrester übrig, ein Gemisch aus Fruchtfleisch, Kernen und einem Restanteil Öl. In der Produktion wird dieser Trester entweder kompostiert und als Dünger auf die Olivenhaine zurückgebracht oder weiterverarbeitet zu Oliventresteröl (Pomace-Öl). Das ist ein grundlegend anderes Produkt als natives Olivenöl extra. Es entsteht durch Extraktion mit Lösungsmitteln, wird anschließend raffiniert und enthält keine nennenswerten Polyphenole oder fruchtige Aromen mehr (Boskou, 2006).

Wie viele Oliven sind in einer 0,5-Liter-Flasche?

Bei unserem Koroneiki-Frühernteöl sind das rund 3.500 Früchte pro 0,5-Liter-Flasche. Bei einer großfrüchtigen Sorte mit höherer Ausbeute können es weniger als 500 sein.

Warum unterscheiden sich Fruchtgewicht und Stückzahl so stark?

Weil sich Fruchtgewicht und Ölgehalt je nach Sorte unabhängig voneinander entwickeln. Eine kleine Frucht kann viel Öl enthalten, eine große wenig. Die Stückzahl pro Liter ist immer das Ergebnis beider Faktoren zusammen: Wie viel Öl steckt in der Frucht, und wie viel davon lässt sich in der Mühle extrahieren.

Geben grüne oder schwarze Oliven mehr Öl?

Schwarze, vollreife Oliven haben mehr Öl angereichert und liefern pro Kilogramm mehr Öl. Grüne Oliven ergeben weniger Öl, aber eines mit höherem Polyphenolgehalt und intensivererem Aroma. Das ist der Qualitätstausch, den wir für unser Frühernteöl bewusst eingehen.

Wie viel Öl produziert ein Olivenbaum pro Jahr?

Ein ausgewachsener Olivenbaum liefert je nach Alter, Sorte und Erntejahr zwischen 15 und 50 Kilogramm Oliven. Das entspricht etwa 1,5 bis 10 Litern Olivenöl pro Baum. Olivenbäume zeigen ausgeprägte Alternanzjahre: auf ein ertragsreiches Jahr folgt häufig ein ertragsschwächeres.

Was ist der Unterschied zwischen Olivenöl und Oliventresteröl?

Natives Olivenöl extra entsteht durch mechanisches Pressen ohne Lösungsmittel. Oliventresteröl (Pomace-Öl) wird aus dem Pressrückstand mithilfe chemischer Lösungsmittel extrahiert, raffiniert und hat weder fruchtige Aromen noch nennenswerte gesundheitliche Eigenschaften des kaltgepressten Öls.

Quellen

  1. Del Río, C., & Caballero, J. M. (2008). Variability and classification of olive cultivars by fruit weight, flesh/stone ratio and oil percentage. Acta Horticulturae, 791, 2. DOI 10.17660/ActaHortic.2008.791.2
  2. Del Río, C., & Caballero, J. M. (1994). Preliminary agronomical characterization of 131 cultivars introduced in the Olive Germplasm Bank of Cordoba in March 1987. Acta Horticulturae, 356, 110–115.
  3. Servili, M., Selvaggini, R., Esposto, S., Taticchi, A., Montedoro, G. F., & Morozzi, G. (2004). Health and sensory properties of virgin olive oil hydrophilic phenols: agronomic and technological aspects of production that affect their occurrence in the oil. Journal of Chromatography A, 1054(1–2), 113–127. PubMed 15553137
  4. Boskou, D. (2006). Olive oil: Chemistry and technology (2. Aufl.). AOCS Press.
  5. International Olive Council. (2023). World olive oil figures. internationaloliveoil.org